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Gewächshausheizung

Damit deine Pflanzen auch im Winter nicht frieren

Der Kampf gegen die Kälte im Gewächshaus

Die kalte Jahreszeit beginnt und der Winter steht vor der Tür. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger und es wird merklich kälter draußen. Haben Sie Ihre Kübelpflanzen, wertvolle Palmengewächse, Obst-Bäumchen oder Ihr Gemüse in Ihrem Gewächshaus untergebracht, so sollten sich überlegen diese mit Hilfe eines Frostwächters bzw. einer elektrischen oder gasbetriebenen Gewächshausheizung frostfrei zu halten. Dabei reichen im Gewächshaus meist schon wenige Grad über Null, um die grünen Lieblinge über die frostigen Tage zu bringen. Sie müssen also keine tropischen 30 Grad in ihrem Gewächshaus haben.

Für welche Art von Frostwächter, Heizgebläse, Elektroheizkörper bzw. Standkonvektor Sie sich für Ihr Gewächshaus entscheiden hängt vom persönlichen Geschmack, den örtlichen Gegebenheiten, dem Komfort-Gedanken sowie ökologischen Aspekten ab. Auf einige dieser genannten Punkte gehe ich in meinen Ratgeber-Artikeln ausführlicher ein.

Für das Beheizen eines Gewächshauses kommen vier Wege in Frage: eine elektrische Heizung, eine Gasheizung, ein Paraffin-Frostwächter ohne jeden Anschluss und - für die Anzucht - eine Heizmatte, die nur das Substrat erwärmt. Solar spielt dagegen praktisch keine Rolle; warum, steht weiter unten.

Elektrische Gewächshausheizung

Bei der elektrisch betriebenen Gewächshausheizung, wird in einer Draht-Heizspirale durch Zufuhr von elektrischem Strom die notwendige Wärme erzeugt und durch ein Gebläse oder einen Standkonvektor an die Umgebungsluft abgegeben.

Die Anwendung solcher Heizungen ist relativ unkompliziert, jedoch haben diese Heizungstypen bei der Energieumwandlung einen schlechteren Wirkungsgrad, sodass hier meist höhere Kosten beim Energieverbrauch anfallen. Jedoch lassen sich die Kosten mit einer integrierten Frostwächter-Funktion (Thermostat) deutlich senken.

Die Auswahl an Heizungen für das Gewächshaus ist recht überschaubar. Angefangen von kleinen Frostwächtern mit einer Heizleistung von gerade mal 80 Watt bis hin zu den großen Heizer die eine Heizleistung von bis zu 5000 Watt ausweisen.

Gas Gewächshausheizung

Die klassisch gasbetriebene Gewächshausheizung wird mit einer Propan- oder Butan-Gasflasche betrieben. Dabei wird mittels einer kontrollierten Verbrennung des Gases Wärme erzeugt. Die Benutzung solcher Gewächshausheizungen ist denkbar einfach. Durch die Verwendung eines Thermostats (Regler für die Gaszufuhr in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur) lässt sich die gasbetriebene Gewächshausheizung auch automatisch betreiben. Dadurch lassen sich die entsprechenden Klimabedingungen im Gewächshaus anpassen und es herrscht auch in der kalten Winterzeit immer die optimale Temperatur im Glashaus.

Neben der erzeugten Wärme wird zusätzlich auch CO2 frei, welches zusätzlich optimale Wachstumsbedingungen für die Pflanzen schafft. In der Regel sind die gasbetriebenen Heizungen effektiver bei der Energieumwandlung und daher meist auch etwas kostengünstiger im Betrieb. Deshalb werden die Gas-Gewächshausheizungen von den meisten Gewächshausbesitzern bevorzugt gekauft.

Paraffinheizung als anschlussfreie Notlösung

Wo weder Steckdose noch Gasflasche in Frage kommen, bleibt die Paraffinheizung: ein Blechtank mit einem bis vier Dochten, 4 bis 5 Liter Fassungsvermögen und je nach Bauart 300 bis 1.500 Watt Heizleistung. Geregelt wird nur über die Dochthöhe, ein Thermostat gibt es nicht. Für kleine Gewächshäuser bis etwa acht Quadratmeter reicht das zum Frostfreihalten, mehr aber auch nicht. Zu beachten ist die Feuchtigkeit: Aus einem Liter Paraffin entsteht bei der Verbrennung rund ein Liter Wasser, entsprechend muss auch im Winter täglich gelüftet werden.

Anzuchtwärme statt Raumheizung

Für die Anzucht im Frühjahr braucht es keine Heizung für den ganzen Raum. Was Keimung und Bewurzelung steuert, ist die Temperatur im Substrat, nicht die Lufttemperatur. Eine Heizmatte mit 15 bis 100 Watt unter der Anzuchtschale hebt das Substrat um etwa fünf bis zehn Grad an und verbraucht dabei einen Bruchteil dessen, was eine Raumheizung zieht. Mit einem Thermostat, dessen Fühler im Substrat steckt, lassen sich die Keimtemperaturen der einzelnen Kulturen genau treffen. Als Frostschutz für das Gewächshaus taugt das nicht - dafür ist weiterhin eine Heizung zuständig.

Warum Solar beim Gewächshaus kaum funktioniert

Solarbetriebene Gewächshausheizungen werden häufig beworben, halten in der Praxis aber selten, was der Name verspricht. Das liegt an der Physik und nicht am einzelnen Gerät.

Geheizt wird ein Gewächshaus dann, wenn es kalt ist: nachts, im Spätherbst und im Winter. Genau dann liefert eine Photovoltaik-Anlage am wenigsten. Ein Modul bringt im Dezember bei bedecktem Himmel nur einen Bruchteil seiner Nennleistung, und die Nacht überbrückt es gar nicht. Um eine Heizung von 300 bis 1.000 Watt über eine Frostnacht zu tragen, wären mehrere Kilowattstunden Speicher nötig - das sind Akkukapazitäten und Modulflächen, die den Preis eines kompletten Gewächshauses deutlich übersteigen.

Was im Handel unter dem Stichwort "Solarheizung" angeboten wird, ist deshalb meistens etwas anderes: kleine Solarsets mit 20 bis 30 Watt Modulleistung, die ursprünglich für die Beleuchtung oder die Lüftung von Hühnerställen gedacht sind. Für Licht, einen kleinen Lüfter oder eine Türautomatik reicht das. Zum Heizen reicht es nicht, denn 30 Watt erwärmen ein Gewächshaus auch bei voller Sonne nicht messbar.

Sinnvoll nutzbar ist die Sonne im Gewächshaus trotzdem - nur passiv statt elektrisch:

  • Wärmespeicher aufstellen: schwarz gestrichene Wasserkanister, Regentonnen

oder Mauersteine nehmen tagsüber Sonnenwärme auf und geben sie nachts wieder ab. Das dämpft den Temperatursturz um einige Grad, ersetzt aber keine Heizung.

  • Wärme im Haus halten: Noppenfolie an der Innenseite, ein dichter Türanschlag

und eine abgedichtete Bodenkante bringen mehr als jedes Solarmodul.

  • Solar für Nebenaufgaben: Fensteröffner, kleine Lüfter oder Beleuchtung lassen

sich gut über ein kleines Modul mit Akku versorgen.

Wer im Winter zuverlässig frostfrei halten will, kommt um eine elektrische Heizung oder eine Gasheizung nicht herum. Aus diesem Grund führen wir zum Thema Solar keine eigene Produktseite - das Angebot am Markt besteht fast vollständig aus Kleinstsets, die für den Zweck nicht ausgelegt sind.

Der Heizungsmix im Gewächshaus macht’s

Eine optimale und sinnvolle Kombination der drei vorgestellten Gewächshausheizungssysteme zu finden, kann ökologisch und ökonomisch sinnvoll für Sie sein. Überlegen Sie sich daher doch einmal, ob es für Sie zweckmäßig erscheint, eine gasbetriebene sowie eine elektrische Gewächshausheizung in Ihrem Gewächshaus zu betreiben. Fällt beispielsweise die gasbetriebene Heizung aus, weil die Gasflasche leer ist, so kann der Elektro Heizer einspringen und die Temperatur im Gewächshaus über dem Gefrierpunkt halten.

Dies hilft wertvolle Naturressourcen zu sparen, Ihre Pflanzen im Gewächshaus sicher über den Winter zu bekommen und Ihren Geldbeutel bei der nächsten Energieabrechnung merklich zu schonen.

Fazit: Mit der richtigen Heizung im Gewächshaus lassen sich Pflanzen sehr einfach überwintern

  • hält das Gewächshaus an kalten Tagen frostfrei
  • für jede Gewächshaus-Größe gibt es eine passende Heizung (Leistungsstufen von 80 Watt bis 5000 Watt)
  • ein Thermostat regelt und verringert effizient den Verbrauch der eingesetzten Ressourcen
  • bei einer Gasheizung sorgt das anfallende CO2 zusätzlich für optimale Wachstumsbedingungen der Pflanzen
  • die elektrische Gewächshausheizung ist einfach und unkompliziert in ihrer Anwendung
  • schwarze Wasserbehälter puffern Sonnenwärme, ersetzen aber keine Heizung

Was es sonst noch zu beachten gibt, damit Ihre Pflanzen den Winter unbeschadet überstehen, können Sie in meinem Beitrag „4 Tipps, wie Sie Pflanzen im Gewächshaus sicher überwintern“ nachlesen.

Die Heizungsarten im Einzelnen

  • Gewächshausheizung elektrisch - Wie eine elektrische Gewächshausheizung arbeitet: Heizspirale, Thermostat, Leistung, Stromkosten und Sicherheit im feuchten Gewächshaus.
  • Gewächshausheizung Gas - Gasheizung fürs Gewächshaus ohne Stromanschluss: Propangas, Gasflaschen, Sauerstoffmangelsicherung, Betriebskosten sowie Vor- und Nachteile.
  • Gewächshausheizung Paraffin - Paraffin-Frostwächter fürs Gewächshaus: Docht, Brenndauer, Heizleistung, Luftfeuchte und für welche Gewächshausgrößen sie sich eignen.
  • Anzuchtwärme im Gewächshaus - Wärme von unten für die Anzucht: Heizmatten, Heizkabel und Thermostat - Keimtemperaturen, Stromverbrauch und wo die Methode an Grenzen stößt.
  • Gewächshausheizung Solar - Solar im Gewächshaus heißt passive Wärmespeicherung: Folie, Wassertonnen, Stein. Was das bringt, wo die Grenzen liegen, wann eine Heizung nötig ist.